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Alt 13.02.2013, 17:48   #1
Thor
Leutnant des Bauhaus Konzerns
 
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Standard Aliens: Colonial Marines (PS3)



„Los, mach jetzt endlich.“ raune ich in meinen Gedanken der blonden Marine zu, die neben mir den Gang entlang schleicht. Weiter vorne kann ich bereits die Tür zum rettenden Aufzug erkennen, der uns einen weiteren Schritt zum Evakuierungsshuttle bringen wird.
Meine Augen huschen von einem Lüftungsschacht zum anderen, noch ist alles ruhig. Hinter uns laufen zwei weitere Marines, einer der beiden müht sich mit einer bereits halb leeren Smartgun ab, die ihn zum Langsamsten in unserer Gruppe macht. Endlich erreichen wir den rettenden Aufzug, einer der anderen hämmert auf den Knopf – nichts passiert. Die Tür ist verschlossen, wahrscheinlich im verzweifelten Versuch der Kolonisten von Hadley’s Hope ihr Ende noch einige Stunden herauszuzögern.
Mit einem schnellen Ruck hebe ich meine Pulse Rifle, werfe einen Blick auf den Bewegungsmelder in meiner linken Hand, nichts zu sehen. Alles im Umkreis von 20 Metern bewegt sich nicht, abgesehen von den markierten drei Positionen meiner Kollegen. Mit meinem kleinen Schweißbrenner knie ich mich vor die Tür und beginne den Riegel der Tür durchzuschweißen. Ich bin gerade zur Hälfte durch, als wir das Geräusch vernehmen, das wir alle hassen: Das schrille Piepen unbekannter Kontakte auf dem Bewegungsmelder.
„Incoming.“ höre ich die Stimme eines Gefährten aus meinem Headset. Eine Sekunde vergeht, dann donnert neben mir die Smartgun los, ein allzu vertrauter Sound, der gleichzeitig für Widerstand und Verzweiflung steht. Dazu gesellt sich das schrille Kreischen der Pulse Rifle sowie das Geräusch platzender Xeno-Körper, die ihre Säure im Raum verteilen. Mit einem letzten Ruck beende ich meine Schweißarbeit und die Tür zum Aufzug öffnet sich. Gerade noch rechzeitig drehe ich mich um, die Pulse Rifle bereits im Anschlag, um den Lurker zu sehen, der sich schneller als man auch nur reagieren könnte, von der Decke auf mich stürzt. Zwei Schläge später liege ich am Boden, nur noch meine Pistole in der Hand, deren Magazin ich so schnell ich kann in den Xenomorph entleere. Dann ist es vorbei, das Alien liegt besiegt am Boden, meine Kollegen müssen bereits in den Aufzug geflüchtet sein, zumindest sie haben noch eine Chance. Mein Bewegungsmelder schrillt von neuem, die Aliens kommen zurück um es zu vollenden. Plötzlich streckt sich mir eine Hand entgegen, hilft mir auf. „Up you go.“ Die blonde Marine ist zurückgekommen, sie hat die relative Sicherheit des Aufzuges verlassen. Schnell flüchten wir in die rettende Kabine, die Tür schließt sich.
Zumindest diesen Abschnitt haben wir gewonnen.

So lief eine meiner ersten Runden im Multiplayer-Modus ‚Escape’ im neuen Aliens Spiel ab. Stimmig, atmosphärisch und teamorientiert.
Leider ist das nicht immer so und hängt wie so oft von den anderen Mitspielern ab. Wollen diese nur Frags und schnelle Punkte, war’s das für die tolle Atmosphäre.

Aber bevor wir uns im Multiplayer verrennen, zuerst zum Hauptaugenmerk, der Kampagne. Mit einer Spielzeit (bei mir) von ca. 8h für einen Ego-Shooter angenehm lang. Wie manche Tester auf 5h kommen, ist mir schleierhaft. Wenn man auf Easy spielt, alle Cutscenes wegdrückt und durchrusht ist das vielleicht drin, aber nicht als normaler Spieler, der das Spiel erleben will.
Angesiedelt 17 Wochen nach dem zweiten Film (Aliens) sowie kurz nach dem Ende des dritten Films wird das Raumschiff Sephora nach LV-426 geschickt, um das Verschwinden der Sulaco und ihrer Crew zu untersuchen.
In der Rolle des Marines Winter muss man nun die Geschehnisse auf der Sulaco sowie dem Planeten und besonders der Kolonie Hadley’s Hope aufarbeiten und kommt den Machenschaften der Wayland-Yutani Corporation auf die Schliche.

Eins vorweg, das Spiel lebt von seiner Atmosphäre, den schönen Innenlevel sowie dem wirklich gelungen Sound, der größtenteils die Sounds aus dem zweiten Film nutzt. Noch nie klang eine Pulse Rifle oder ein Bewegungsmelder so nah am Filmoriginal, wie hier. Hier muss man auch etwas erwähnen, was bisher alle anderen Alien-Spiele in meinen Augen falsch gemacht haben: Bisher war der Bewegungsmelder immer Teil des Hubs, sodass man ihn immer im Blick hatte und gezielt reagieren und feuern konnte. Nun muss man seine Waffe kurzeitig hochnehmen, um mit der anderen Hand den Bewegungsmelder anzuheben, damit man ihn auch ansehen kann (ähnlich wie Ripley es im Film vorgemacht hat). Man kann also nicht mehr gleichzeitig schießen und auf den Bewegungsmelder blicken. Allerdings piept der Melder auch ‚offscreen’ sobald sich etwas in der 20 Meter-Reichweite des Gerätes bewegt. Das hat zu einigen netten Schreckmomenten geführt, da man erst einmal nicht weiß, von wo die Bedrohung kommt, bis man die Waffe hebt und wehrlos auf den Melder starrt. Zudem ist nicht jedes Piepen auch ein Feind. Hin und wieder erfasst der Melder auch einfache Objekte der Umgebung, die sich vor und zurück bewegen, wie ein abgerissener Schlauch oder eine Fahne im Wind.
Zudem wird man als Spieler nur sehr selten von Cutscenes unterbrochen. Die meisten Dialoge finden innerhalb des Spiels statt und reißen den Spieler nicht aus dem Fluss, der sich im Laufe der Zeit aufbaut. Leider merkt man dem Spiel sein Alter offenkundig an. Die Grafik ist, sagen wir zweckmäßig. Die Texturen (die etappenweise am Levelanfang auch nachgeladen werden müssen, wie damals beim ersten Mass Effect) sind nicht wirklich die besten, aber das Spiel schafft es, die Grafik durch hervorragende Lichteffekte und Beleuchtung zu kaschieren. Wenn man durch die dunklen, durch flackernde Lampen oder Leuchtstäbe beleuchteten Gänge der Kolonie schleicht, dann fällt mir die vielleicht matschige Wandtextur neben der verbarrikadierten Tür zum Medlab nicht auf. Was mir hingegen auffällt ist die gelungene, an den Film erinnernde Atmosphäre, die durch das (mehr oder weniger) vorhandene Licht und die dadurch entstehenden Schatten entsteht. Es gibt haufenweise Anspielungen an den Film, die teilweise offen, teilweise versteckt sind. Ein oder zwei davon sind sogar sehr überraschend.
Ich würde empfehlen, vor dem Beginn der Kampagne unbedingt noch einmal Aliens anzusehen.

Neben den Aliens muss man zudem auch hin und wieder fiese Söldner der Wey-Yu-Corp. bekämpfen, die dank fehlender KI nur Kugelfang sind. Hier verliert das Spiel punktuell einiges an Potential und Atmosphäre und man freut sich jedes Mal, wenn man einen Abschnitt mit menschlichen Gegnern hinter sich bringt und wieder die stimmige Alien-Atmosphäre genießen kann. Es ist einfach ein einmaliges Gefühl mit der Pulse Rifle in der einen und dem Bewegungsmelder in der anderen Hand durch die mehr oder weniger bekannten Gänge von Hadley’s Hope zu schleichen.
Die ersten 2/3 des Spiels brauchen sich in meinen Augen nicht zu verstecken, hier hat man tatsächlich oft das Gefühl, man würde im Aliens Film mitspielen. Leider bricht das letzte Drittel des Spiels arg ein, mehr Söldner, weniger Aliens. Fühlt sich streckenweise an wie ein Gears of War.
Die Story ist nichts herausragendes, aber wurde von 20th Century Fox abgesegnet und gilt als offizielles Sequel zum zweiten Film. Einige Fragen werden geklärt, neue aufgeworfen, das übliche eben, wenn es um einen Nachfolger geht. Als Fan freut man sich, dass es weitergeht.
Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Tatsache, dass mit Michael Biehn (Cpl. Hicks) und Lance Henriksen (Bishop) zwei Schauspieler des Originals als Sprecher verpflichtet werden konnten (allerdings nur beim Spielen mit englischer Tonspur). Das hebt die ohnehin schon stimmige Atmosphäre des Spiels noch einmal an.

Noch mal kurz zurück zum Multiplayer, neben dem Escape Modus gibt es noch drei weitere Modi, darunter Team Deathmatch und eine Art Domination Modus.
Teilweise sind die einzelnen Modi noch etwas unbalanciert, da jeder Modus bewusst über ein eigenes Balancing (im Deathmatch richtet ein Treffer durch eine Alienklaue beispielsweise mehr Schaden an, als im Escape-Modus) verfügt, die aber noch angepasst werden soll. Aber es macht bereits jetzt Spaß, mit den Aliens an Wänden und Decken entlang auf Jagd zu gehen und in drei verschiedenen Xeno-Klassen Marines zu besiegen.

Wieso so viele Reviews das Spiel aktuell total verreißen und teilweise als unspielbar titulieren verstehe ich nicht. Klar ist es kein Skyrim oder Ni No Kuni, aber ein 40-50%-Kandidat ist es sicher auch nicht.
Viele Reviews kranken einfach daran, dass sie die lange Entwicklungszeit und den PR-Hype mit in die Wertung einfließen lassen. Ein Review soll aber das widerspiegeln, was ein Spieler in dem einen Moment des Testens erlebt, wie das Spiel ist und wie viel Spaß er daran hat und nicht zeigen, wie das Spiel hätte sein können, wenn man alles perfekt macht.
Es war offenkundig mehr drin, aber ein totaler Reinfall und unspielbar ist es sicher nicht. Und bei nun weit über 15h Spielzeit (inkl. dem Multiplayer) bereue ich die 45 Euro (inkl. Botenlieferung ^^) nicht. Da gibt man locker oftmals mehr Geld für kürzere Spiele aus.
Ich hatte als Fan der Reihe sehr viel Spaß mit dem Spiel. In den ersten 2/3 mehr als mit dem Rest, aber kein Spiel das ich kenne ist von Anfang bis Ende gleich gut.
In der Hoffnung ohne rosa Fanboybrille eine Wertung abgeben zu können, würde ich dem Spiel eine solide 70er Wertung (75-78 %) geben.
Aber was will man schon von Testern erwarten, die jährlich wiederkehrenden CoD-Spielen regelmäßig 90er Wertungen geben?



Schließen möchte ich mit einem viel sagenden Zitat eines netten Foreneintrages, den jemand unter eines der angesprochenen Reviews gesetzt hatte:

Zitat:
I don't see why the game is receiving so much hate, yes it has faults but it has the same faults that alot of loved games have.
Graphics - Not great but they shouldn't affect your overall opinion of the game that's like saying an actor sucks because they are not good looking
Bugs - This game is riddled with bugs, so was Skyrim when that released and everybody loved that. Gearbox will probably offer patches for the game to fix these bugs, sooner or later.
Gameplay - The gameplay is very similar to every other FPS ever made, just with added motion tracker and jump scares so if COD and Battlefield get praised for their gameplay, why is this getting bashed for it.
Length - I've heard the game only lasts for around six hours but once again how come certain games are allowed to get away with this but not Aliens?
__________________

Geändert von Thor (14.02.2013 um 15:18 Uhr)
Thor ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2013, 14:47   #2
crack-king
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Alt 14.02.2013, 15:20   #3
Thor
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Zusatz: Ich hab das Review bewusst geschrieben, ohne auf den Vergleich der (viel schöneren) Demo mit dem heutigen Spiel einzugehen, denn sowas hat meiner Meinung nach nichts in der Momentaufnahme eines Reviews verloren und fließt zumindest bei mir nicht in die Wertung ein.
__________________
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Alt 15.02.2013, 16:04   #4
volbeat667
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Schönes Review Thor

Bin auch fast zu 100% deiner Meinung! Schade das Gearbox/SEGA oder wer auch immer das Spiel so verkackt hat! Da wäre soviel mehr drin gewesen! Trotzdem bleibt es auch FÜR MICH ein gutes Spiel mit schwacher Technik!
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Alt 16.04.2013, 01:58   #5
m0uSe
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Und im Coop machts auch Freude, aber ein fader Beigeschmack bleibt bei diesem Spiel dennoch
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Alt 15.05.2013, 01:56   #6
BAZONG
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Habe das Spiel erst letzte Woche gespielt und beendet und kann, abgesehen von der Länge..äh..Kürze, nicht viel Negatives erkennen. Ein solider Shooter ohne große Stärken und ohne große Schwächen. Nicht herausragend, aber das muß ein Shooter nicht immer sein.
Wie gesagt, die Spielzeit ist das größte Manko meiner Ansicht nach.
BAZONG ist offline   Mit Zitat antworten
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